Pfarrgemeinderats- und Kirchenvorstandswahlen: „Weil wir gemeinsam Kirche sind“

In den Gemeinden, in denen die Wahlen zu KV und / oder PGR stattfinden werden, hängen die endgültigen Wahlvorschläge für die KV-Wahlen bereits aus, für die PGR-Wahlen ab dem 15.10.2021. Über die Homepage oder über das Büro in Finnentrop können ab dem 15.10.2021 die Briefwahlunterlagen angefordert werden.

Der aktuelle Stand zu den Wahlen ist folgender:

In Finnentrop, in Schönholthausen/Ostentrop und in Schliprüthen kann die Wahl zum PGR im November wegen fehlender Kandidaten nicht durchgeführt werden. Wenn bis etwa Mitte des nächsten Jahres Personen aus den Gemeinden ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklären, kann die Wahl dann nachgeholt werden.

In Finnentrop und in Lenhausen kann die Wahl zum KV wegen fehlender Kandidaten nicht durchgeführt werden. Es wurde eine Verschiebung der Wahlen in Paderborn beantragt.

Die jetzigen Kirchenvorsteher bleiben, bis sich ein neues Gremium konstituiert hat, geschäftsführend im Amt, um die Rechtsvertretung der Gemeinden sicherzustellen und auch, um die Gemeinden in finanzieller Hinsicht handlungsfähig zu halten.

Die aktuellen PGR’s dagegen scheiden mit dem Tag der Wahl aus. Wo kein neuer PGR gewählt werden kann, existiert dieses Gremium bis auf weiteres nicht und die bisher geleistete Arbeit wird dann nicht mehr erledigt.

Zu Beginn des nächsten Jahres werden wir in den betroffenen Gemeinden zu allgemeinen Versammlungen einladen, um festzustellen, ob evtl. hier und da einzelne – bisher von den PGR’s übernommene – Aufgaben von anderen Personen oder Gruppen übernommen werden können.

Unter diesem Motto wird für alle Pastoralverbünde und Gemeinden unseres Erzbistums, wie auch in den anderen Bistümern Nordrhein-Westfalens, am 6./7. November die Wahl der neuen Pfarrgemeinderäte geplant. In diesem Jahr fällt wieder – wie nur alle 12 Jahre – die Wahl der Hälfte der Kirchenvorsteher pro Gemeinde auf denselben Termin.

Einige werden sich nicht erneut zur Wahl stellen. Sie scheiden nach wenigen, viele aber auch nach sehr vielen Jahren aus dem jeweiligen Gremium aus – manche aus Altersgründen, manche aus Gründen einer Neuorientierung oder Neujustierung ihres ehrenamtlichen Engagements innerhalb und/oder außerhalb der Kirche und manche aus anderen Gründen.

Klar ist: Niemand braucht sich für sein ehrenamtliches Engagement zu rechtfertigen, oder dafür, dass er oder sie daran etwas ändert. Klar ist hier aber vor allem: An erster Stelle gilt es, ganz einfach „DANKE!“ zu sagen. Das passt ganz gut zum Erntedanksonntag am 3. Oktober. Danke also für das Erübrigen von Zeit, für das Einbringen der eigenen Kräfte, Begabungen und Kenntnisse in der Mitarbeit in den Gremien.

Diese Gremien haben mittlerweile eine jahrzehntelange Tradition in unserer Kirche. Angesichts der Bildung und später der Zusammenlegung von Pastoralverbünden in den vergangenen 20 Jahren – bei uns hat das zu 9 Pfarrgemeinderäten und 10 Kirchenvorständen geführt – hat die ehrenamtliche Mitarbeit der Gemeindemitglieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Denn da sind ja auch Orte, wo gar kein Priester oder keine Gemeindereferentin mehr wohnt. Und in den Orten, wo welche wohnen, sind sie dem Gefühl der Leute nach vielleicht häufiger weg als da.

Schauen wir nun einmal nur ganz oberflächlich auf das Leben der Kirchengemeinden in unserem Pastoralverbund und fragen: Was macht das Leben dieser Gemeinden aus? Da kommen in den Blick: die Feier der hl. Messe an Sonn-, Feier- und Werktagen, Trauungen, Taufen, Beerdigungen; Krankenkommunion; Kinder-, Familien-, Jugendgottesdienste; Rosenkranzgebet; Andachten – jeden Sonntag oder zu besonderen Zeiten im Kirchenjahr; Früh- und Spätschichten in Advent und Fastenzeit; Kommunion- und Firmvorbereitung; Klepstern an den Kartagen; Ausbildung und Begleitung der Messdiener; die Sternsingeraktion; verschiedene Gruppen in der Jugendarbeit, in caritativen und sonstigen Diensten; Besuchsdienste; ehrenamtliche Mitarbeit im KJK-Haus, im Haus Habbecker Heide, im Warenkorb.

Diese Auflistung beansprucht keine Vollständigkeit, sondern will nur ein – durchaus eindrucksvoller! – Überblick sein. Weniges fällt in ausschließlich hauptamtliche Verantwortung, vieles in ehrenamtliche Mitarbeit unter hauptamtlicher Begleitung und vieles in ausschließlich ehrenamtliche Verantwortung.

Was nun die Mitglieder der Pfarrgemeinderäte betrifft: Sie können natürlich nur einen kleinen Teil des ganzen ehrenamtlichen Engagements abdecken. Da wirken noch ganz viele andere Gruppen und Einzelpersonen mit: liturgische Dienste, Caritaskonferenzen, Frauengemeinschaften, Gruppenleiter… Auch für all dies sei an dieser Stelle ein großes „DANKE!“ gesagt.

Die Pfarrgemeinderäte haben als besondere Aufgabe, das Leben der ganzen Gemeinde im Blick zu behalten, Aktionen anzustoßen, zu koordinieren usw.

Bei den Kirchenvorständen geht es um etwas anderes: um die Finanzen und um die Sorge für alles, was zur Kirchengemeinde gehört: die Kirche selber, Pfarrheim, Pfarrhaus, Friedhof – verkürzt also: „Geld und Verwaltung“.

Mit Blick auf die letzten anderthalb Jahre ist noch ein besonderer Dank zu sagen für alle Einsätze und Mühen, die mit den Herausforderungen von Corona zusammenhängen: vor allem die Möglichkeit, auch mit den vom Gesetzgeber geforderten Maßnahmen die Gottesdienste feiern zu können. Dabei haben neben den Mitgliedern der Gremien auch Küster und andere Personen mitgewirkt.

Da wir nun auf die Neuwahl der Pfarrgemeinderäte bzw. Ergänzungswahl der Kirchenvorstände zugehen, zeigt sich, dass wir nicht in allen Gemeinden die Wahlen werden durchführen können, weil es keine bzw. nicht genügend Kandidaten gibt. Das ist so in vielen Gemeinden unseres Erzbistums, bei uns betrifft es die PGR-Wahlen in Schliprüthen, Schönholthausen/Ostentrop und in Finnentrop. Hier verstärkt sich ein Trend, der auch schon bei vergangenen Wahlen sichtbar wurde. Als wesentliche Faktoren sind zu nennen: Es gibt heute kaum Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, die nicht auch tatsächlich mindestens in Teilzeit arbeiten. Viele Menschen sind bereit, sich in einem überschaubaren Bereich, v. a. aber auch in einem überschaubaren Zeitraum ehrenamtlich einzubringen, nicht aber kontinuierlich über mehrere Jahre hinweg. Dazu kommt: Die Kirche steht ganz pauschal in einem zunehmend schlechten Ruf; oder anders gesagt: Das Vertrauen schwindet. Das fördert nicht die Motivation zum ehrenamtlichen Engagement.

Wo es nicht genügend Kandidaten gibt, kann die Wahl im November natürlich nicht stattfinden. Es ist möglich, sie ca. ein halbes Jahr später nachzuholen, wenn bis dahin Kandidaten gefunden werden.

So oder so müssen wir uns jetzt und in nächster Zukunft mit der Frage beschäftigen, wie unter den heutigen, sehr veränderten Bedingungen, das Leben der Gemeinden im Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt zu gestalten ist und gelingen kann. Die eindrucksvolle Liste oben wird dann auf jeden Fall deutlich kürzer ausfallen. Die Grundaufgaben der Kirche bleiben natürlich unverändert bestehen: den Glauben weitergeben, ihn in der Liturgie feiern und nach dem Vorbild Jesu und der Heiligen sich Menschen in Not zuwenden.

Bitten wir Gott um seine Begleitung auf einem guten Weg in die Zukunft!

 

In der Zeit 03.-10. Oktober 2021 liegen die Wählerlisten für die KV –und PGR-Wahlen aus, d.h. die Listen, in der alle Wahlberechtigten aufgeführt sind. Unter den gegebenen Bedingungen der Corona-Pandemie können diese Listen in diesem Jahr nur im Pastoralverbundsbüro in Finnentrop (Kirchstraße 68) ausgelegt und zu den Öffnungszeiten eingesehen werden.

Bis zum 10. Oktober 2021 kann gegen die Wählerlisten Einspruch eingelegt werden. Das ist dann notwendig, wenn jemand von seinem Wahlrecht Gebrauch machen möchte, aber in der Wählerliste nicht auftaucht, weil z.B. durch einen Umzug und noch nicht erfolgter Meldung durch die politische Gemeinde, eine Eintragung noch nicht erfolgt ist.

Wahlberechtigt bei der KV-Wahl ist jedes Gemeindemitglied, das zum Zeitpunkt der Wahl das 18. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens einem Jahr in der Gemeinde wohnt.

Bei der Wahl zum PGR sind bereits Jugendliche ab 14 Jahren wahlberechtigt. Das aktive Wahlrecht kann nur in der Pfarrgemeinde ausgeübt werden, in der das Gemeindemitglied seinen Wohnsitz hat. Wer in einer anderen Pfarrgemeinde als der des Wohnortes am Gemeindeleben teilnimmt kann bei den zuständigen Wahlausschüssen seine Streichung bzw. Aufnahme in das jeweilige Wählerverzeichnis beantragen.

In den Gemeinden, in denen die Wahl voraussichtlich durchgeführt wird, hängen zurzeit vorläufige Kandidatenlisten aus. Sie werden ggf. hier und da noch ergänzt.

Weitere Informationen zu den Wahlen werden hier demnächst veröffentlicht.

 

Vikar Stefan Schneider