Messdiener

Bild: Factum/ADP  In: Pfarrbriefservice.de

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Liebe Messdienerinnen und Messdiener in den Gemeinden unseres Pastoralverbundes!

Da wir uns jetzt leider erst mal nicht mehr bei den Messfeiern in den Kirchen begegnen, melde ich mich auf diesem Wege bei euch.

Ich hoffe, euch ist die Decke noch nicht auf den Kopf gefallen und ihr kommt irgendwie gut durch diese merkwürdige Zeit, in der so vieles anders ist als sonst. Ständig die Hände waschen, einen Mindest- oder Sicherheitsabstand zu anderen Menschen einhalten, keine Schule, sondern zu Hause bleiben und lernen, keine Freizeitaktivitäten mit anderen, keine Freunde treffen…

Wenn man es jetzt schafft, wenigstens einen „kühlen Kopf“ zu behalten, ist das sicher schon eine ganze Menge. Aber wie geht das? Auf jeden Fall kann sich jeder sagen: Allen andern geht’s ja genauso. Das verbindet uns schon mal.

Und dann ist es natürlich wichtig, die Regeln zu beachten, die helfen sollen, Infektion und Ansteckung zu vermeiden, damit sich die Corona-Krankheit nicht zu schnell ausbreitet und zu viele Menschen auf einmal krank sind.

Bestimmt ist es gut, sich einen „Stundenplan“, jetzt für zu Hause, zu machen: Aufstehen, Frühstück, Schulaufgaben erledigen, ausruhen, spielen, Musik hören…ins Bett gehen. Irgendwie muss die Zeit ja gefüllt werden, und der Tag braucht eine Struktur.

Und wenn es mal Streit gibt, versöhnt euch schnell wieder. Wenn man jetzt ständig aufeinander hängt, geht man sich schnell auf die Nerven; das ist ganz normal und menschlich.

Jetzt will ich euch kurz mitteilen, wie der Alltag sich für die Priester, bei denen ihr sonst in der Messe dient, geändert hat: Seit letzter Woche dürfen wir die hl. Messe nur noch alleine feiern. Da darf sonst niemand dabei sein, um jede Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Ich feiere also jeden Tag die Messe in der Krypta in Fretter und die anderen Priester in den Orten, wo sie wohnen in den Kirchen oder zu Hause.

Da fehlen mir jetzt natürlich die Gemeinden, mit denen ich sonst die Messe feiere. Und ich vermisse auch euch und euren Dienst, den ihr sonst bei der Messfeier tut. Vielleicht geht es mir damit so wie vielen Menschen mit allen möglichen Dingen: Wenn alles „normal“ läuft und da ist, macht man sich keine großen Gedanken darum. Aber wenn es auf einmal nicht mehr geht, wird erst klar, was es einem bedeutet und wie wichtig es ist.

In diesen Wochen ist für uns auch wichtig, dass das Leben in den Kirchengemeinden weiter geht. In manchen Orten bieten Mitglieder aus dem Pfarrgemeinderat oder anderen Gruppen älteren Menschen an, Einkäufe zu erledigen. Und dann sollten die Menschen wissen und erleben, dass auch ohne Pfarrheime und Gottesdienste in den Kirchen der Glaube weitergeht. Tagsüber sind die Kirchen offen und man kann dort in der Stille für sich beten.

Jeden Samstag um 19.00 Uhr läuten jetzt die Glocken, um uns an den Sonntag zu erinnern. Und jeden Tag läuten die Glocken um 19.30 Uhr in allen Kirchen in Nordrhein-Westfalen. Und wir sind eingeladen, jeden Tag von 19.45 Uhr bis 20.00 Uhr eine Kerze ins Fenster zu stellen. Vielleicht können wir diese Zeichen und Zeiten auch immer wieder mal für ein Gebet nutzen.

Was oder wie kann man in dieser Situation beten? Man kann Gott ganz einfach sagen, was einen im Moment beschäftigt und beunruhigt. Man kann Gott für die eigene Familie und Angehörigen bitten; für die Kranken; für alle, die den Kranken beistehen; für die, die jetzt in den Supermärkten arbeiten und die Waren transportieren; für die, die sich um ihren Arbeitsplatz sorgen…

Man kann auch ein bekanntes Gebet sprechen, z. B. ein „Vater unser“.

Hier auf der Homepage gibt es noch weitere Anregungen:

https://www.pv-bigge-lenne-fretter-tal.de/taegliches-glockenlaeuten/

Hier gibt es ein Gebet für Kinder:

https://www.bistum-muenster.de/fileadmin/user_upload/Website/Downloads/Themenseiten/Seelsorge-Corona/2020-03-20-Kinder-Gebet-in-schwerer-Zeit.pdf

Und eins für die Älteren unter euch:

https://www.bistum-regensburg.de/fileadmin/redakteur/PDF/2_Corona-Gebet.pdf

All diese Aktivitäten sollen natürlich nicht einfach bloß ein Zeitvertreib sein, sondern uns in unserem Glauben stärken und in uns das Vertrauen wach halten: Gott ist jetzt – gerade jetzt, in dieser schwierigen und ungewöhnlichen Situation, bei uns und begleitet uns auf unserem Weg.

Kommt also zusammen mit euren Familien und Angehörigen gut durch die nächsten Wochen und lasst euch nicht entmutigen. Ich wünsche und erbitte euch dazu Gottes Segen.

Mit herzlichen Grüßen

Euer Stefan Schneider, Vikar

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Info: Leider dürfen wir aus Datenschutzgründen keine Messdienerpläne mehr im Internet veröffentlichen. Es werden nur Pläne auf unserer Seite eingestellt werden können, wenn Einverständniserklärungen aus den Pfarrgemeinden im Pastoralverbundsbüro abgegeben wurden.